Pilotprojekt zum Recycling alter Fenster in der Schweiz mit Beteiligung von Glas Trösch erfolgreich abgeschlossen

Daryna Tschaban 19 марта 2026 г. в 18:59

Glas Trösch hat den erfolgreichen Abschluss eines Pilotprojekts zum Recycling alter Fenster in der Schweiz bekannt gegeben, das die technische Möglichkeit der Rückführung von Isolierglas in die Flachglasproduktion belegt.

Das Projekt „Windows of Opportunities“ startete Mitte 2025 unter der Leitung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) unter Beteiligung von Glas Trösch und weiteren Partnern. In der Stadt Winterthur wurden 375 Fensterflügel aus einem Wohngebäude ausgebaut. Anschließend wurden sie zu einem Werk von Glas Trösch transportiert, wo Monteure das Isolierglas von den PVC-Rahmen trennten. Die Rahmen wurden ebenfalls dem Recycling zugeführt.

Das Glas wurde zerkleinert, gereinigt und auf Reinheit geprüft. Dieser Parameter ist entscheidend für die Wiederverwendung in der Floatglasproduktion. Insgesamt wurden mehr als 2,6 Tonnen recyceltes Glas in die Schmelzwanne eines Werks der Glas Trösch Gruppe zurückgeführt. Dadurch konnten die Emissionen um 1,33 Tonnen CO₂-Äquivalent reduziert werden.

Erstmals in der Schweiz dokumentierten die Projektbeteiligten den vollständigen Recyclingkreislauf von Isolierglas nach der Nutzung — vom Ausbau bis zum Wiedereinschmelzen. Die praktische Erfahrung zeigte, dass alle Schritte — Ausbau, Lagerung, Glassortierung, Rahmenrecycling und Reinigung — unter bestehenden Bedingungen umgesetzt werden können. Gleichzeitig wurde ein значlicher Teil der Arbeiten manuell durchgeführt, was den Zeitaufwand erhöhte und auf weiteres Optimierungspotenzial hinweist.

Michelle Schneider, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Konstruktives Entwerfen der ZHAW, betonte, dass sich das Recycling von Flachglas noch in der Anfangsphase befindet, weshalb es wichtig ist, die praktische Umsetzbarkeit dieses Ansatzes auch mit zusätzlichem Aufwand zu zeigen. Lars Zimmerli, Mitglied der Geschäftsleitung der Glas Trösch Gruppe, ergänzte, dass die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Organisation des Recyclingprozesses nicht nur technisch und logistisch, sondern auch wirtschaftlich besser zu bewerten.

In der Schweiz fallen jährlich rund 500.000 Tonnen Fensterabfallglas an. Bisher wurde der Großteil dieses Volumens deponiert oder als minderwertiger Rohstoff verwendet, beispielsweise für die Herstellung von Behältern oder Dämmstoffen. Das Pilotprojekt zeigte, dass Isolierglas bei entsprechender Organisation wieder in die Produktion von neuem Flachglas zurückgeführt werden kann.

Die Erfahrungen bestätigten auch die Bedeutung eines sorgfältigen Ausbaus: Die Unversehrtheit des Glases beeinflusst direkt die Möglichkeit der Wiederverwendung. Besonderes Augenmerk wurde auf Logistik, Lagerung und die Vermeidung von Materialverunreinigungen gelegt. Die PVC-Rahmen wurden nach dem Ausbau zu Granulat verarbeitet und zur Herstellung neuer Profile verwendet.

Ähnliche Initiativen entstehen auch in anderen europäischen Ländern. So beteiligt sich beispielsweise VELUX in Dänemark an einem Projekt zur zirkulären Nutzung von Isolierglas.

In der Ukraine bleibt die Situation beim Fensterrecycling schwierig. Die Nichtregierungsorganisation „Ukraine ohne Abfall“ stellt fest, dass die Entsorgung nach wie vor wirtschaftlich attraktiver ist als die Sortierung. Es gibt im Land kein funktionierendes System zur Sammlung und zum Recycling alter Kunststofffenster und -türen. Das Fehlen gesetzlicher Anreize und wirtschaftlicher Motivation bremst die Entwicklung dieses Bereichs, obwohl die Nachfrage nach Wiederverwendung von Materialien allmählich wächst.

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