Nach Angaben von U-LEAD with Europe wurde in der Ukraine der Prozess zur Einrichtung des Hubs der NEB-Akademie (Neues Europäisches Bauhaus) gestartet. Dies wurde im Rahmen einer Fachveranstaltung bekannt, bei der die Teilnehmenden ihre Vision der neuen Struktur vorstellten.
Der Hub wird als offenes Ökosystem und nicht als geschlossene Institution aufgebaut. Er soll als nationale Plattform für Weiterbildung, Kompetenzentwicklung, Erfahrungsaustausch und sektorübergreifende Zusammenarbeit dienen. Ziel ist es, den Wiederaufbau und die Modernisierung der Ukraine zu unterstützen.
Die EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, Jessika Roswall, erklärte, dass das Neue Europäische Bauhaus der Ukraine dabei helfe, eine nachhaltigere und inklusivere Zukunft aufzubauen und gleichzeitig die lokale Kultur und Identität zu bewahren. Sie betonte zudem die symbolische Bedeutung dieses Schrittes: Die Ukraine wird das erste Land außerhalb der Europäischen Union, in dem NEB Academy Hubs eingerichtet werden.
Olena Schuliak, Vorsitzende des Ausschusses der Werchowna Rada für Staatsaufbau, lokale Selbstverwaltung, Regionalentwicklung und Stadtplanung, betonte, dass Wiederaufbau nicht nur Straßen, Gebäude und Beton bedeute. Er müsse umfassender betrachtet werden – als Frage der Lebensqualität, Sicherheit, Inklusion, Nachhaltigkeit und des Erhalts der Identität jeder einzelnen Gemeinde.
Der stellvertretende Minister für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien der Ukraine, Oleksii Riabykin, erklärte, dass es beim NEB um Harmonie, Ausgewogenheit und Verantwortung für die Lebensräume der Menschen gehe. Seinen Worten zufolge kann der Hub zu einem praktischen Instrument werden, um die Fähigkeiten von Gemeinden, Behörden und Fachgemeinschaften zu stärken. Zudem wies er darauf hin, dass die Ukraine europäische Praktiken nicht nur übernehmen, sondern auch entsprechend den lokalen Gegebenheiten anwenden müsse – von frontnahen Gebieten bis hin zu Gemeinden in den zentralen und westlichen Regionen des Landes.
Daniel Boucher, Direktor von GIZ Ukraine, erklärte im Namen von U-LEAD with Europe und der Partnerprogramme, dass der Wiederaufbau des Landes nicht nur Ressourcen erfordere. Ebenso notwendig seien Kompetenzen, Koordination und eine langfristige Perspektive. Der Hub werde dazu beitragen, kritische Kompetenzlücken zu schließen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren zu fördern.
Die Vertreterinnen der umsetzenden Organisationen, Elina Polianska (Metalab) und Anna Boichuk (Promprylad Foundation), machten auf ein bestehendes Problem aufmerksam. In der Ukraine gibt es bereits zahlreiche Initiativen in den Bereichen nachhaltiger Wiederaufbau, Energieeffizienz, Entwicklung öffentlicher Räume und Bürgerbeteiligung. Diese Bemühungen bleiben jedoch häufig fragmentiert. Eine der Aufgaben des Hubs besteht darin, diese Aktivitäten in einen systematischen Prozess zu integrieren und erfolgreiche Ansätze sichtbar sowie für eine breitere Anwendung zugänglich zu machen.
Der Hub der NEB-Akademie in der Ukraine wird mit Unterstützung von U-LEAD with Europe, dem Programm für integrierte Stadterneuerung JGURA sowie EU4Reconstruction (Komponente 1) aufgebaut. Die Umsetzung erfolgt durch Metalab und die Promprylad Foundation.
In der ersten Phase sollen ein Partnernetzwerk aufgebaut, ukrainische Praktiken des nachhaltigen Wiederaufbaus gesammelt und systematisiert sowie Bildungsangebote entwickelt und die Erprobung von Ansätzen in Gemeinden unterstützt werden.
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