Das deutsche Unternehmen Rewindo GmbH Fenster-Recycling-Service meldete den höchsten Zuwachs beim Recycling von PVC-Fenstern in seiner bisherigen Unternehmensgeschichte. Im Jahr 2025 stieg das Recyclingvolumen gegenüber dem Vorjahr um 32,3 %. Rewindo ist seit dem Sommer 2002 am Markt tätig.
Nach Angaben aus der Recovinyl-RecoTrace-Datenbank erfasste das Unternehmen im Post-Consumer-Bereich 58.358 Tonnen alte PVC-Fenster, Rollläden und ähnliche Produkte. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert bei 44.109 Tonnen gelegen. Produktions- und Verarbeitungsabfälle trugen weitere 83.237 Tonnen bei. Das gesamte Recyclingvolumen stieg von 131.000 Tonnen im Jahr 2024 auf 141.595 Tonnen im Jahr 2025.
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Rewindo halbierte im Vergleich zu 2024 zudem den Anteil alter PVC-Fenster, die in Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet wurden.
Die Recyclingquote der für die Erfassung verfügbaren Altfenster stieg 2025 auf 94,5 %. Im Jahr 2024 hatte der Wert bei 87 % gelegen — ein Anstieg um 7,5 Prozentpunkte. Den Bericht über die Recyclingbilanz 2025 erstellte erneut das Unternehmen Conversio. Die Daten wurden von ecocycle unabhängig geprüft und auditiert.
Nach Angaben von Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter schont der Materialkreislauf für alte PVC-Fenster insgesamt Ressourcen und spart gleichzeitig Energie sowie CO2-Emissionen. Eine von myclimate für Rewindo durchgeführte Studie zeigt: Eine Tonne Rezyklat spart zwei Tonnen CO2 und 14.600 kWh Strom. Bezogen auf das Jahr 2025 sparten Rewindo und seine Partner 283.200 Tonnen CO2 und mehr als zwei Millionen kWh elektrische Energie ein. Die Hersteller setzten das Rezyklat wie folgt erneut ein: 70 % flossen in die Herstellung neuer PVC-Fensterprofile, 20 % in die Produktion von PVC-Rohren und 10 % in andere Profilanwendungen.
Vetter führte den unerwartet hohen Zuwachs auf mehrere Faktoren zurück. Erstens nahm die Zahl energetischer Sanierungen und von Rückbauprojekten zu: Aufgrund der schwierigen Lage im Neubausektor richten Wohnungsunternehmen ihre Aufmerksamkeit stärker auf den vorhandenen Gebäudebestand. Zweitens spielten der konsequente Ausbau des Rewindo-Partnernetzwerks und die breit angelegten Recyclingpartnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette für PVC-Fenster eine wichtige Rolle. Das Unternehmen baute außerdem sein bundesweites Netz von Annahmestellen für kleine und kleinste Mengen alter PVC-Fenster auf mehr als 100 Standorte aus. Durch dieses Selbstanlieferungssystem in Verbindung mit der Abholung durch Partner erhöhte sich die verfügbare Menge an Altfenstern deutlich.
Für die kommenden Jahre erwartet Rewindo weiteres moderates Wachstum, ohne dass sich die außergewöhnlich hohen Wachstumsraten des Jahres 2025 wiederholen dürften.
Rewindo ist ein Zusammenschluss führender deutscher Hersteller von PVC-Fensterprofilen im Rahmen einer gemeinsamen Brancheninitiative. Die Mitglieder verfolgen das Ziel, das Recycling ausgebauter PVC-Fenster, Rollläden und Kunststofftüren zu steigern und eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft zu fördern. Gegründet wurde die Initiative im Jahr 2002 von elf führenden deutschen Profilherstellern, darunter Schüco, Rehau, Deceuninck Germany, Aluplast, Gealan, profine, KBE Fenstersysteme, Kömmerling Kunststoffe, Salamander, Trocal und Veka. Sämtliche Gesellschafter der Rewindo GmbH sind Hersteller von PVC-Fensterprofilen. Partner entlang der Wertschöpfungskette für PVC-Fenster — Hersteller von Fenstern, Glas, Beschlägen und Maschinen — unterstützen die Initiative im Rahmen eines Sponsorings. Das Recycling- und Logistikpartnernetz des Unternehmens umfasst deutschlandweit mehr als ein Dutzend Betriebe. Das Volumen des aus ausgebauten Fenstern, Rollläden und Türen gewonnenen Rezyklats hat sich seit der Gründung der Initiative mehr als verdreifacht.
In der Ukraine gibt es kein systematisches System zur Sammlung und zum Recycling alter PVC-Fenster. Es fehlen eine einheitliche Branchenkoordination, verbindliche Quoten sowie ein Netz von Annahmestellen nach deutschem Vorbild.
Das Problem gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Der Krieg hat enorme Mengen an Bau- und Abbruchabfällen verursacht, darunter einen erheblichen Anteil ausgebauter oder zerstörter Kunststofffenster. Mit Stand September 2025 waren in den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebieten rund 17,2 Millionen Tonnen Abfälle aus beschädigten und zerstörten Wohngebäuden angefallen. Rund 11,7 Millionen Tonnen davon mussten weiterhin geräumt, sortiert und anschließend recycelt werden. Einer Studie des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) zufolge könnten bei einer geeigneten Organisation des Prozesses bis zu 70 % dieser Abfälle — rund 8,2 Millionen Tonnen — recycelt und für den Wiederaufbau erneut verwendet werden.