Чоловік перед залитим сонцем вікном

10 Regeln für kühle Räume im Sommer: Von der Verschattung bis zur Klimaanlage

Aktualisierte Fassung unter Berücksichtigung neuer Studien und der Fachdiskussion

Der im vergangenen Jahr veröffentlichte Beitrag „10 goldene Regeln, um eine Überhitzung von Räumen im Sommer ohne Klimaanlage zu vermeiden“, der auf einer Studie der österreichischen Forschungsgesellschaft Holzforschung Austria basiert, wurde aktualisiert, da das Thema inzwischen eine neue Dimension angenommen hat.

Zum einen ist in der deutschsprachigen Fachwelt eine Diskussion über eine der Regeln – den richtigen Lüftungsmodus bei Hitze – entbrannt. Die Positionen der WHO, des Umweltbundesamtes und unabhängiger Fachleute gingen so weit auseinander, dass der Bundesverband der Verbraucherzentralen seine offiziellen Empfehlungen überarbeitet hat.

Zum anderen erfordert die Realität der ukrainischen Sommer – die zunehmende Verbreitung von Klimaanlagen in Wohnungen und Büros – eine Erweiterung der Empfehlungen: Maßnahmen des passiven sommerlichen Wärmeschutzes schließen eine aktive Kühlung nicht aus, sondern ergänzen sie.

Der moderne Mensch verbringt mehr Zeit in Innenräumen als im Freien. Aktivität und Produktivität hängen unmittelbar von der Menge des Tageslichts ab, weshalb die Verglasungsflächen kontinuierlich größer werden. Mehr Fenster bedeuten jedoch auch einen stärkeren Einfluss auf das Raumklima: bessere Wärmedämmung im Winter, aber auch ein höheres Überhitzungsrisiko im Sommer.

Die Fachleute von Holzforschung Austria untersuchten Fenster, Sonnenschutz und Lüftung als ein integriertes System, das sowohl ausreichend Tageslicht als auch ein behagliches Raumklima während des gesamten Jahres – ohne Einsatz einer Klimaanlage – gewährleisten soll. Die Untersuchung erfolgte mithilfe einer Simulation einer Referenzwohnung in Wien auf Grundlage einer ungünstigen Klimaprognose für das Stadtgebiet im Jahr 2050.

  1. Welche Temperatur ist im Sommer angenehm?
  2. 10 Regeln für kühle Räume
  3. 1. Außenliegender Sonnenschutz ist deutlich besser als innenliegender. Innenliegender Sonnenschutz ist besser als kein Sonnenschutz
  4. 2. Sonnenschutz ist für Fenster aller Himmelsrichtungen erforderlich, einschließlich der Nordseite
  5. 3. Wärmedurchgangskoeffizient des Mehrscheiben-Isolierglases Ug ≤ 1,0 W/m²K
  6. 4. Gesamtenergiedurchlassgrad g ≥ 0,5
  7. 5. Anteil öffenbarer Fenster mindestens 50 %
  8. 6 (diskussionswürdig). Wann gelüftet werden sollte – darauf gibt es keine eindeutige Antwort
  9. 6a. Ventilator: Wann er hilft und wann nicht
  10. 7. Nachtlüftung sicherstellen
  11. 8. Zusätzlicher Sonnenschutz ist auch bei Dachüberständen erforderlich
  12. 9. Fenstergröße berücksichtigen
  13. 10. Windwiderstand des Sonnenschutzes berücksichtigen
  14. Wie man eine Klimaanlage zusammen mit passiver Kühlung nutzt
  15. Keller- und Souterrainräume: Eine eigene Lüftungslogik
  16. Der Keller als Schutzraum in Kriegszeiten
  17. Fazit: Ein Gesamtsystem statt einzelner Maßnahmen

Welche Temperatur ist im Sommer angenehm?

Das individuelle Empfinden eines behaglichen Raumklimas ist von Person zu Person unterschiedlich. Fachleute orientieren sich jedoch an klar definierten Richtwerten.

Die ukrainischen Hygienestandards für Arbeitsräume empfehlen im Sommer eine Raumtemperatur von 22 bis 24 °C (für leichte körperliche Tätigkeiten), wobei die Obergrenze bei 28 °C liegt. Mit Annäherung an 28 °C nimmt die Produktivität spürbar ab.

Die deutsche Arbeitsstättenregel legt drei Schwellenwerte fest:

  • ˙ Über 26 °C bei direkter Sonneneinstrahlung in den Raum: Die Fenster müssen verschattet werden.
  • ˙ Über 26 °C trotz Verschattung: Zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich, beispielsweise Nachtlüftung, Reduzierung interner Wärmelasten oder eine Lockerung der Bekleidungsvorschriften.
  • ˙ Über 30 °C: Wirksame Maßnahmen zur Kühlung sind verpflichtend.

Die WHO empfiehlt, die Raumtemperatur tagsüber unter 32 °C und nachts unter 24 °C zu halten. Für Säuglinge, Menschen über 60 Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen stellen diese Werte Mindestanforderungen für die Gesundheit und nicht Komfortrichtwerte dar.

10 Regeln für kühle Räume

Die Einhaltung dieser Regeln ermöglicht optimale Ergebnisse bei der Reduzierung des Heiz- und Kühlenergiebedarfs und gewährleistet gleichzeitig eine gute Versorgung mit Tageslicht.

1. Außenliegender Sonnenschutz ist deutlich besser als innenliegender. Innenliegender Sonnenschutz ist besser als kein Sonnenschutz

Außenliegender Sonnenschutz sorgt im Sommer für den geringsten Temperaturanstieg im Raum. Ist ein außenliegender Sonnenschutz nicht möglich – beispielsweise aufgrund des Denkmalschutzes –, ist ein innenliegender Sonnenschutz besser als gar keiner, insbesondere bei großen Fenstern.

Die Farbe des Sonnenschutzes beeinflusst nicht nur die Optik:

  • Dunkler Sonnenschutz = weniger Tageslicht im Raum, besserer Blendschutz.
  • Heller Sonnenschutz = mehr Tageslicht im Raum, geringerer Blendschutz.

2. Sonnenschutz ist für Fenster aller Himmelsrichtungen erforderlich, einschließlich der Nordseite

Eine Berechnung auf Grundlage des Sonnenstands für Wien zeigte: Von Mai bis September beträgt die Einstrahlungsenergie auf die Nordseite rund 60 % der Einstrahlung auf die Südseite. Das bedeutet ein reales Risiko der Überhitzung selbst in Räumen mit nach Norden ausgerichteten Fenstern.

Zum Vergleich: Laut profileSOLAR.com erzeugt im Sommer jedes installierte Kilowatt Photovoltaikleistung in Wien durchschnittlich 6,42 kWh pro Tag, in Dnipro 6,45 kWh und in Kyjiw 6,50 kWh. Die solare Belastung in der Ukraine ist somit nicht geringer als in Österreich.

3. Wärmedurchgangskoeffizient des Mehrscheiben-Isolierglases Ug ≤ 1,0 W/m²K

Der Ug-Wert von Außenfenstern sollte 1 W/m²K nicht überschreiten und möglichst niedrig sein. Der Ug-Wert beschreibt den Wärmeverlust durch das Mehrscheiben-Isolierglas: Je niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung.

4. Gesamtenergiedurchlassgrad g ≥ 0,5

g-Werte unter 0,5 sollten vermieden werden, da sie die Nutzung des Tageslichts verschlechtern und während der Heizperiode zu höheren Verlusten solarer Energiegewinne führen. Nach den Untersuchungen von Holzforschung Austria wird der Einsatz von Sonnenschutzglas nicht empfohlen.

Wichtiger Kontext: Diese Empfehlung bezieht sich auf die konkreten Bedingungen der Simulation – gemäßigtes Klima, Fokus auf Tageslichtnutzung sowie eine ausgewogene Betrachtung von Winter- und Sommerbetrieb. Für Gebäude mit überwiegender Sommernutzung oder für sehr stark besonnte Fassaden können andere Parameter sinnvoll sein.

Der Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung (g-Wert) gibt an, wie viel Sonnenenergie das Mehrscheiben-Isolierglas in den Raum gelangen lässt. Je höher der g-Wert, desto mehr Sonnenenergie gelangt in den Raum.

5. Anteil öffenbarer Fenster mindestens 50 %

Für eine ausreichende Nachtlüftung sollten mindestens 50 % der Fenster geöffnet werden können.

Querlüftung ist die wirksamste Methode, die Raumluft schnell auszutauschen.

6 (diskussionswürdig). Wann gelüftet werden sollte – darauf gibt es keine eindeutige Antwort

Traditionell lautet die Empfehlung: Fenster nur öffnen, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Innentemperatur. Dies empfehlen Holzforschung Austria, die WHO und das Umweltbundesamt. Die Begründung ist einfach: Ist es draußen wärmer, wird ein geöffnetes Fenster zur Eintrittsöffnung für heiße Luft.

Genau dieses Prinzip ist jedoch Gegenstand einer intensiven fachlichen Diskussion geworden.

Warum diese Diskussion entstanden ist

Der Streit dreht sich nicht um die Temperatur, sondern um die Luftqualität. Der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann bezeichnete 2024 den Rat, „tagsüber die Fenster geschlossen zu halten“, als „aktive Sterbehilfe“ und erklärte in einem Interview mit dem WDR sowie in Beiträgen auf X: In geschlossenen Räumen steigen Luftfeuchtigkeit und Schadstoffbelastung, während sich die Luftqualität verschlechtert. Für ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen könne dies gefährlicher sein als warme Außenluft. „Folgen Sie Ihrem Instinkt, bevor es Ihnen richtig schlecht geht“, rät er.

Christoph Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, unterstützt das Lüften aus einem anderen Grund: Befinden sich mehrere Personen im Raum, steigen die Konzentration von CO₂ und Krankheitserregern – unabhängig von der Temperatur stellt dies ein Gesundheitsrisiko dar.

Die Umweltchemikerin Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale NRW ergänzt: Bei höheren Temperaturen setzen ältere Baumaterialien, Einrichtungsgegenstände und Möbel verstärkt Schadstoffe frei – darunter PCB, PAK und Holzschutzmittel. In solchen Fällen wird Lüften zur Notwendigkeit.

Die Medizinerin Alina Herrmann von den Universitätskliniken Köln und Heidelberg vertritt eine vermittelnde Position: Maßgeblich sei vor allem der Temperaturunterschied. Beträgt die Außentemperatur beispielsweise 38 °C und die Raumtemperatur 29 °C, sollten die Fenster geschlossen bleiben. Ist der Unterschied jedoch gering, sollte gelüftet werden.

Nach einer Anfrage des WDR beschloss der Bundesverband der Verbraucherzentralen, seine offiziellen Empfehlungen entsprechend differenzierter zu formulieren.

Wovon die Entscheidung zum Lüften abhängt

Die Fachleute des Umweltbundesamtes räumen in einer ausführlichen Stellungnahme gegenüber dem WDR ein: Der richtige Zeitpunkt zum Lüften hängt gleichzeitig von mehreren Faktoren ab.

  • Temperaturunterschied. Der wichtigste Orientierungswert. Ist es draußen kühler, sollte gelüftet werden. Ist es draußen wärmer, sollten Fenster geschlossen und verschattet bleiben. Die Temperatur ist jedoch nur einer von mehreren Faktoren.
  • Anzahl der Personen im Raum. Je mehr Menschen sich im Raum befinden, desto schneller steigen CO₂-Konzentration und Krankheitserreger. Hans-Guido Mücke (Umweltbundesamt): In einem großen Haus können zwei Personen länger ohne Lüften auskommen als eine Person in einem kleinen Zimmer.
  • Innenraumquellen von Schadstoffen. Kerzen, Rauchen sowie Emissionen aus älteren Möbeln oder Baumaterialien können dazu führen, dass die Luftqualität im Innenraum selbst bei Hitze schlechter ist als draußen.
  • Ausrichtung der Fenster. Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung sollten geschlossen und verschattet bleiben. Fenster auf der Schattenseite können auch tagsüber bei geringem Temperaturunterschied geöffnet werden.
  • Außenliegende Schadstoffquellen. Eine stark befahrene Straße, ein Industriebetrieb oder ein Flughafen in der Nähe sprechen für zurückhaltenderes Lüften.

Praktisches Fazit

Morgens und nachts sollte intensiv gelüftet werden: Dies ist die wirksamste Möglichkeit, Räume abzukühlen und die Luft zu erneuern.

Tagsüber sollte die Entscheidung situationsabhängig getroffen werden. Ist es draußen deutlich wärmer, sollten Fenster geschlossen und verschattet bleiben. Wird die Luft jedoch stickig und halten sich mehrere Personen im Raum auf, ist kurzes Stoßlüften besser als dauerhaft gekippte Fenster oder ein ständig geöffnetes Lüftungsfenster: Die Luft wird schneller ausgetauscht und der Raum erwärmt sich weniger.

Ein dauerhaft gekipptes Fenster während des Tages ist die ungünstigste Lösung: Der langsame Luftaustausch verbessert die Luftqualität kaum, bringt jedoch kontinuierlich warme Luft in den Raum.

6a. Ventilator: Wann er hilft und wann nicht

Ein Ventilator kühlt die Raumluft nicht. Er erzeugt eine Luftbewegung, die die Verdunstung von Schweiß beschleunigt – dadurch empfindet der Körper Kühlung. Die tatsächliche Raumtemperatur bleibt unverändert oder steigt durch die Abwärme des Motors sogar geringfügig an.

Bis zu welcher Temperatur ein Ventilator sinnvoll ist

Die WHO empfiehlt den Einsatz von Ventilatoren nur bei Temperaturen unter 40 °C. Bei höheren Temperaturen wird heiße Luft schneller auf den Körper geblasen, als sich dieser durch Schwitzen abkühlen kann.

Die Medizinerin Alina Herrmann (Universitätskliniken Köln und Heidelberg) nennt eine niedrigere Grenze von 36 °C: Nach medizinischen Erkenntnissen wirkt ein Ventilator bis zu dieser Temperatur zuverlässig. Oberhalb davon wird seine Wirkung neutral oder sogar nachteilig.

Wo und wie der Ventilator aufgestellt werden sollte

  • ˙ Nachts bei geöffneten Fenstern: Ein Ventilator am Fenster beschleunigt die nächtliche Lüftung.
  • ˙ Tagsüber bei geschlossenen Fenstern: Den Luftstrom auf Personen und nicht auf Wände richten – die Luftbewegung auf der Haut erzeugt den Kühleffekt.
  • ˙ Vor einer Schüssel mit Eis: Ein Ventilator, der auf kaltes Wasser oder Eis gerichtet ist, kann die Lufttemperatur leicht senken – ein einfacher Trick für sehr heiße Tage.

Ventilator und Klimaanlage gemeinsam

Die WHO empfiehlt, Klimaanlage und Ventilator gemeinsam zu nutzen. Wird die Klimaanlage auf 27 °C eingestellt und zusätzlich ein Ventilator verwendet, entspricht das subjektive Temperaturempfinden etwa 23 °C. Dadurch lässt sich Strom sparen, ohne den Komfort zu beeinträchtigen.

Was ein Ventilator nicht ersetzen kann

Ohne außenliegenden Sonnenschutz (Regel 1) und richtiges Lüften (Regel 6) verteilt ein Ventilator lediglich die warme Luft im Raum. Die wirksamste Kombination besteht aus verschatteten Fenstern, nachts abgekühlten Räumen und einem Ventilator während des Tages.

7. Nachtlüftung sicherstellen

Eine Nachtlüftung ist erforderlich, um die tagsüber gespeicherte Wärme aus dem Gebäude abzuführen.

Ist eine nächtliche Lüftung aufgrund äußerer Umstände (beispielsweise wegen hoher Lärmbelastung) nicht möglich, sollte eine Lüftungsanlage nachts einen möglichst wirksamen Luftwechsel zur Kühlung gewährleisten.

8. Zusätzlicher Sonnenschutz ist auch bei Dachüberständen erforderlich

Auch wenn ein Balkon, ein Vordach oder ähnliche Bauteile vorhanden sind, ist zusätzlicher außenliegender beweglicher Sonnenschutz erforderlich. Selbst bei einer Auskragung von 2 m reduziert sich der Kühlbedarf nur geringfügig.

Wichtig: Dachüberstände mit einer Tiefe von mehr als 1 m beeinträchtigen den Tageslichteinfall deutlich und sollten daher bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

9. Fenstergröße berücksichtigen

Große Verglasungsflächen verbessern die Tageslichtversorgung, erfordern jedoch einen sorgfältig geplanten und richtig eingesetzten außenliegenden Sonnenschutz. Ohne diesen wird ein großes Fenster im Sommer schnell zur Ursache von Überhitzung.

10. Windwiderstand des Sonnenschutzes berücksichtigen

Je nach Standort und Einbausituation sollte bei der Auswahl eines Sonnenschutzsystems dessen Windwiderstand berücksichtigt werden.

In der Ukraine wird die Windwiderstandsklasse von Rollläden, Außenjalousien und Markisen gemäß DSTU EN 13561:2018 „Außenliegende Abschlüsse. Leistungs- und Sicherheitsanforderungen“ bestimmt.

Wie man eine Klimaanlage zusammen mit passiver Kühlung nutzt

Eine Klimaanlage ist in ukrainischen Wohnungen und Büros längst zur üblichen Lösung geworden – insbesondere nach mehreren aufeinanderfolgenden heißen Sommern. Doch auch wenn eine Klimaanlage vorhanden ist, bleiben die meisten Grundregeln weiterhin gültig.

Eine Klimaanlage arbeitet am effizientesten, wenn die übrigen Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Außenliegender Sonnenschutz reduziert ihre Belastung. Die nächtliche Lüftung verkürzt die Betriebszeit. Die richtige Temperatureinstellung und ein Ventilator senken den Energieverbrauch. Ohne diese Maßnahmen wird die Klimaanlage zu einer kostspieligen „Notlösung“.

Welche Temperatur eingestellt werden sollte

Orientiert man sich an medizinischen Empfehlungen verschiedener Länder, sollte der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenbereich etwa 5–8 °C nicht überschreiten (maximal 10–12 °C), um Hitzestress und einen unnötig hohen Stromverbrauch zu vermeiden.

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Temperatur möglichst niedrig einzustellen, um den Raum schneller abzukühlen. Tatsächlich kühlt eine Klimaanlage jedoch mit einer festen Leistung. Ein großer Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenbereich erhöht lediglich das Risiko gesundheitlicher Beschwerden und steigert den Energieverbrauch.

Die WHO empfiehlt, die Klimaanlage in Kombination mit einem Ventilator zu nutzen. Die Luftbewegung erzeugt einen zusätzlichen Kühleffekt von etwa 3–4 °C, sodass die Klimaanlage weniger Energie verbraucht.

Außenliegender Sonnenschutz bleibt unverzichtbar

Ohne außenliegenden Sonnenschutz erwärmt die Sonneneinstrahlung den Raum kontinuierlich – und die Klimaanlage muss dauerhaft mit maximaler Leistung arbeiten. Das führt zu höheren Stromkosten und einem schnelleren Verschleiß der Anlage.

Forscher von Holzforschung Austria haben gezeigt, dass außenliegende Sonnenschutzsysteme – Rollläden, Außenjalousien und Markisen – die wirksamste Möglichkeit darstellen, die Wärmelast zu reduzieren. Ist eine Klimaanlage vorhanden, führt dies unmittelbar zu einem geringeren Stromverbrauch.

Die Regel ist einfach: zuerst der Sonnenschutz, dann die Klimaanlage. Der Sonnenschutz reduziert den Kühlbedarf der Klimaanlage – nicht umgekehrt.

Lüften ist auch mit Klimaanlage notwendig

Die meisten Klimaanlagen für Wohngebäude arbeiten mit Umluft: Sie kühlen dieselbe Raumluft und führen keine Frischluft von außen zu. Ohne Lüftung steigen die CO₂-Konzentration sowie die Belastung durch Gerüche und Schadstoffe im Raum.

Christoph Asbach (Gesellschaft für Aerosolforschung) weist darauf hin, dass ein regelmäßiger Luftaustausch unabhängig vom Einsatz einer Klimaanlage erforderlich ist – insbesondere, wenn sich mehrere Personen im Raum aufhalten.

Ein praktisches Schema: Nachts oder früh am Morgen intensiv lüften, um den Raum abzukühlen und die Luft ohne laufende Klimaanlage zu erneuern. Tagsüber bleiben Fenster geschlossen und verschattet, während die Klimaanlage die gewünschte Temperatur hält. Verfügt die Klimaanlage über eine Frischluftfunktion, sollte diese genutzt werden.

Wartung der Klimaanlage

Verschmutzte Filter sind der häufigste Grund dafür, dass eine Klimaanlage an den heißesten Tagen nicht mehr ausreichend kühlt. Ein verstopfter Filter verringert die Kühlleistung um 15–25 % und belastet den Kompressor zusätzlich.

  • ˙ Filter während der intensiven Nutzung einmal pro Monat reinigen oder austauschen.
  • ˙ Vollständige Wartung einmal jährlich vor Beginn der Kühlsaison durchführen.

Ein verschmutzter Filter ist außerdem eine Quelle für Bakterien und Schimmelpilze, die in die Raumluft gelangen können.

So lassen sich Stromkosten senken

Angesichts einer instabilen Stromversorgung und steigender Energiepreise in der Ukraine ist die effiziente Nutzung einer Klimaanlage nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Wirtschaftlichkeit.

  • ˙ Außenliegender Sonnenschutz reduziert die Belastung der Klimaanlage um 30–50 %.
  • ˙ Nächtliche Abkühlung durch geöffnete Fenster verkürzt die Betriebszeit der Klimaanlage am Tag.
  • ˙ Die Kombination aus Klimaanlage und Ventilator spart Energie, ohne den Komfort zu beeinträchtigen.
  • ˙ Nutzen Sie den Ausschalt-Timer für die Nacht, sofern eine ausreichende Nachtlüftung möglich ist.

Keller- und Souterrainräume: Eine eigene Lüftungslogik

Keller- und Souterrainräume verhalten sich bei Sommerhitze anders als normale Wohnräume. Intuitive Entscheidungen wie „Ich öffne die Fenster, weil es heiß ist“ oder „Ich halte alles geschlossen, damit die Kühle nicht entweicht“ können hier gleichermaßen zu Problemen führen.

Warum der Keller ein Sonderfall ist

Die Kellerwände bleiben selbst während einer Hitzewelle deutlich kühler als die Außenluft. Gelangt warme und feuchte Sommerluft in den Keller, trifft sie auf kalte Oberflächen – Feuchtigkeit kondensiert. Es bilden sich Wassertropfen an den Wänden, Schimmel und muffige Gerüche. Dies kann selbst an einem trockenen Sommertag auftreten, wenn die Außenluft ausreichend feucht ist – in der Ukraine liegt die relative Luftfeuchtigkeit tagsüber im Sommer meist zwischen 40 und 70 %.

Auf dieses Risiko weist auch das Umweltbundesamt hin: Warme Sommerluft kondensiert im Keller an kalten Oberflächen und schafft günstige Bedingungen für Schimmelbildung.

Wann der Keller gelüftet werden sollte

Hier gilt das Gegenteil der üblichen Empfehlung für Wohnräume: Ein Keller sollte nachts oder früh am Morgen gelüftet werden, wenn die Außenluft nicht nur kühler, sondern auch deutlich trockener ist.

Praktische Regel: Lüften Sie den Keller zwischen 22:00 und 8:00 Uhr, wenn die Außentemperatur unter 20 °C liegt. Tagsüber sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben.

Steht ein Hygrometer zur Verfügung, sollte der Keller nur dann gelüftet werden, wenn die relative Luftfeuchtigkeit außen niedriger ist als im Keller, damit die Lüftung die Situation nicht verschlechtert.

Kann vollständig auf das Lüften verzichtet werden?

Nein. In einem luftdicht geschlossenen Keller sammeln sich Kohlendioxid, Radon (insbesondere bei bestimmten Bodenarten), Gerüche und Schadstoffe aus Baumaterialien an. Ein Mindestmaß an Luftaustausch bleibt notwendig – allerdings ausschließlich zum richtigen Zeitpunkt.

Der Keller als Schutzraum in Kriegszeiten

Viele Keller werden als Schutzräume genutzt. Halten sich dort über längere Zeit viele Menschen auf, steigen die CO₂-Konzentration und die Luftfeuchtigkeit erheblich an.

Unter solchen Bedingungen wird das Lüften zu einer Frage der Sicherheit. Wenn es die Situation erlaubt, sind kurze intensive Lüftungsphasen über vorhandene Öffnungen selbst tagsüber erforderlich: Die Luftqualität hat in diesem Fall Vorrang vor dem Risiko von Kondensation.

Ist im Schutzraum eine Lüftungsanlage vorhanden, sollte sie dauerhaft in Betrieb sein. Falls nicht, sollte zumindest ein mechanischer Abluftventilator eingesetzt werden.

Souterrainwohnungen

Wände unterhalb des Geländeniveaus bleiben kühl, weshalb das Risiko von Kondensation bestehen bleibt – insbesondere in Raumecken und an Außenwänden. Bildet sich nach einer Lüftung am Tag Kondenswasser an Wänden oder Fensterbänken, sollte die Lüftung auf die Nacht oder den frühen Morgen verlegt werden.

Kurz zusammengefasst: Regeln für Keller und Souterrain

  • ˙ Nachts und morgens lüften, nicht tagsüber.
  • ˙ Sich an der Luftfeuchtigkeit im Freien orientieren, nicht nur an der Temperatur.
  • ˙ Nicht vollständig auf das Lüften verzichten – ein Mindestluftaustausch ist erforderlich.
  • ˙ In Räumen mit Personen hat die Luftqualität Vorrang vor dem Risiko der Kondensation.

Fazit: Ein Gesamtsystem statt einzelner Maßnahmen

Alle beschriebenen Maßnahmen entfalten ihre größte Wirkung im Zusammenspiel. Außenliegender Sonnenschutz reduziert die Wärmelast. Eine richtig geplante Lüftung zur passenden Tageszeit kühlt die Räume und sorgt für frische Luft. Ein Ventilator erhöht den Komfort während des Tages. Eine Klimaanlage – sofern vorhanden – ergänzt dieses System, ersetzt jedoch keinen der zuvor genannten Bausteine.

Für die Ukraine kommt ein weiterer Faktor hinzu: die Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Je besser das passive Kühlsystem (Sonnenschutz + Lüftung) funktioniert, desto geringer ist die Abhängigkeit von aktiver Kühlung und desto niedriger sind die Stromkosten bei einer instabilen Energieversorgung.

Der Artikel basiert auf der Studie „Coole Fenster — Fenster mit Beschattung im Spannungsfeld sommerliche Überwärmung, Tageslicht, winterlicher Wärmeschutz in der Klimakrise“ von C. Leh, V. Stiegler, R. Wolffhardt, S. Vavrik-Kirchsteiger, J. Bachinger, H. Ferk, P. Schober und B. Nusser (Holzforschung Austria) sowie auf den Empfehlungen der WHO zu Hitzewellen und den Materialien von GLASWELT und WDR unter Mitwirkung von Alina Herrmann, Hans-Guido Mücke, Christoph Asbach, Kerstin Effer und Jörg Kachelmann.

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