Die eigenständige Erneuerung von Fenstern nach Beschuss wird zunehmend zur Ursache für die Ablehnung staatlicher Entschädigungen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Analyse der Herausforderungen beim Wiederaufbau von Wohnraum“(ua)↗️, die von der Wohltätigkeitsstiftung Fedir-Shpyh gemeinsam mit dem Forschungsunternehmen Smart Data Service erstellt wurde. Die Untersuchung wurde von Oktober 2025 bis Januar 2026 durchgeführt.
Dem Bericht zufolge sind Fenster das erste und massenhafteste Element bei der Wiederherstellung von Wohnraum – sowohl im privaten Sektor als auch in Mehrfamilienhäusern. Sie werden vor allem bei leichten und mittleren Schäden ersetzt, im Rahmen einer dringenden „Notabdichtung“ von Wohnungen unmittelbar nach Beschuss.
Gleichzeitig wirkt gerade dieser Schritt – die schnelle eigenständige Instandsetzung – häufig zum Nachteil der Eigentümer. In vielen dokumentierten Fällen wurden Fenster bereits eingebaut, bevor Anträge auf Teilnahme an staatlichen oder von Gebern finanzierten Programmen gestellt wurden, oder sogar noch vor dem vollständigen Start der Entschädigungsprogramme. In der Folge wurden die Schäden bei Kontrollen durch lokale Kommissionen entweder gar nicht erfasst oder nicht in die Protokolle aufgenommen, was die Antragstellenden automatisch ihres Anspruchs auf Zahlungen beraubte.
Die Studie zeigt, dass im Programm eVidnovlennia, das private Häuser und Wohnungen abdeckt, Fenster weiterhin zu den häufigsten Entschädigungspositionen zählen. Doch selbst bei einer positiven Entscheidung sehen sich Eigentümer mit Einschränkungen konfrontiert: Die Entschädigungssummen decken oft nur 30–60 % der tatsächlichen Austauschkosten, und die Liste der zugelassenen Auftragnehmer und Anbieter schränkt die Auswahl erheblich ein.
Beim Wiederaufbau von Mehrfamilienhäusern tritt ein weiteres Problem auf. Die Teilnahme am Programm VidnovyDIM wird zentral über die Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) entschieden und nicht durch einzelne Bewohner. Dies schafft das Risiko einer sogenannten Querfinanzierung, wenn ein Teil der Bewohner die Fenster bereits auf eigene Kosten oder über eVidnovlennia ersetzt hat, während die WEG für dieselben Elemente Anträge über VidnovyDIM stellt. Infolgedessen können Projekte in der Prüfphase stecken bleiben oder ihre Finanzierung verlieren.
Auch der finanzielle Aspekt bleibt schmerzhaft. Die Studie dokumentiert zahlreiche Fälle, in denen die bereitgestellten Mittel nur für eine minimale Ausstattung ausreichen, sodass WEGs oder private Eigentümer zu Zuzahlungen gezwungen sind. Besonders hervorgehoben wird ein Problem des privaten Sektors: Fenster in nicht wohnlich genutzten Räumen – Sommerküchen, Wirtschaftsgebäuden, Garagen – sind nicht entschädigungsfähig, obwohl sie für Bewohner ländlicher Gebiete Teil der grundlegenden Lebensversorgung sind.
Hinzu kommen operative Schwierigkeiten: ein Mangel an Monteuren aufgrund von Mobilisierung und Abwanderung von Fachkräften, logistische Probleme in frontnahen Regionen sowie Verzögerungen durch Stromausfälle und instabile Kommunikationsnetze. All dies macht den Prozess des Fensteraustauschs langwierig und ungleichmäßig.
Ein eigener Abschnitt des Berichts widmet sich dem Verhalten der Auftraggeber. Private Eigentümer orientieren sich häufig an Preis und Geschwindigkeit, ohne die Unterschiede zwischen den Arten von Isolierglaseinheiten und den Energieeffizienzstufen zu verstehen. Wohnungseigentümergemeinschaften hingegen erwarten von den Anbietern vollständige Dokumentationen, Erfahrung im Umgang mit Förderprogrammen und die Fähigkeit, mit großen Volumina zu arbeiten.
Die übergreifende Schlussfolgerung der Studie für die Branche lautet: Der Verkauf von Fenstern für den Wiederaufbau bedeutet, umfassende Lösungen anzubieten, die Dokumentation, Montage und die Einhaltung der Programmvorgaben einschließen. Unternehmen, die sich an diese Logik anpassen, verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil, während eigenständige und nicht formalisierte Instandsetzungen für Endverbraucher zunehmend mit finanziellen Verlusten verbunden sind.
Foto: Maksym Pozniak-Haraburda
Fenster sind das erste und massenhafteste Element des Wiederaufbaus, insbesondere bei leichten und mittleren Schäden
Eigenständige Fensterinstandsetzung wird zum Grund für die Ablehnung von Entschädigungszahlungen
Kennzeichnung: 24110

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