Die Initiative Neues Europäisches Bauhaus (New European Bauhaus, NEB) entwickelt sich von einem Konzept zu einer konkreten Umsetzung. Dies geht aus einer Empfehlung des Rates der Europäischen Union hervor, die am 11. Mai 2026 verabschiedet wurde.
Eine Empfehlung des Rates ist ein politisches Instrument und kein Gesetz. Sie ist für die Mitgliedstaaten nicht verbindlich, schafft jedoch einen gemeinsamen Handlungsrahmen. Die Europäische Kommission bezeichnete das Dokument als „einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der Initiative in ganz Europa“.
Das NEB unterstützt die Umgestaltung von Stadtquartieren und der gebauten Umwelt zu Räumen, die nachhaltig, zugänglich und lebenswerter sind. Die Initiative basiert auf drei Grundwerten: Nachhaltigkeit, Inklusivität und Ästhetik.
Die Empfehlung fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, die Grundsätze des NEB in ihre Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik zu integrieren. Insbesondere können die Staaten die Bürgerinnen und Bürger in die Stadtplanung einbeziehen. Zudem können leerstehende und vernachlässigte Gebäude zu Wohnraum umgenutzt werden, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen.
Ein wichtiger Hintergrund ist, dass Gebäude in der EU 42 % des gesamten Energieverbrauchs verursachen und für 35 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Daher hat die Modernisierung des bestehenden Gebäudebestands Vorrang vor Abriss und Neubau.
Ein eigener Abschnitt des Dokuments widmet sich dem nachhaltigen und inklusiven Wiederaufbau der Ukraine. Der Rat ruft die Mitgliedstaaten dazu auf, Pilotprojekte für Schulen, öffentliche Räume und den Erhalt des kulturellen Erbes zu unterstützen. Zudem ist die Konsolidierung des künftigen NEB Academy Hub in der Ukraine als Unterstützungszentrum für Interessenträger und lokale Behörden vorgesehen.
Bereits heute werden über die EU-Programme LIFE, Horizon Europe und Interreg Projekte zur zirkulären Sanierung von Plattenbauten in Tschernihiw, Initiativen zur nachhaltigen Flächennutzung sowie Projekte zur ökologischen Stadterneuerung im Schwarzmeerraum umgesetzt.
Bemerkenswert ist, dass bereits ukrainische Projekte zu den Gewinnern des New European Bauhaus Prize gehören. So wurde ref=https://okna.ua/de/news/20251007/promprylad-renovation-ausPromprylad.Renovation aus Iwano-Frankiwsk mit dem New European Bauhaus Prize ausgezeichnet.
Insgesamt wurden für das NEB im Zeitraum 2021–2027 rund 1,4 Milliarden Euro bereitgestellt. Innerhalb von fünf Jahren hat die Initiative nahezu 2.000 lokale und internationale Organisationen zusammengebracht.
Die Europäische Kommission plant außerdem die Einführung klarer Leistungsindikatoren (KPIs), um die Wirkung der NEB-Projekte zu messen, sowie die Entwicklung eines speziellen NEB Labels zur Kennzeichnung entsprechender Projekte.
Foto: neweuropeanbauhaus.es
Das NEB basiert auf drei Werten: Nachhaltigkeit, Inklusivität und Ästhetik
Neuer Europäischer Bauhaus als Instrument für den sauberen Wandel durch praktische Projekte ausgewählt
Kennzeichnung: 24318

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