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Ukraine wird das Bauprodukterecht in der ersten Phase an die EU-Verordnung 2024/3110 anpassen
Illustrationsfoto: Gérard GRIFFAY on Unsplash

Ukraine wird das Bauprodukterecht in der ersten Phase an die EU-Verordnung 2024/3110 anpassen

Der Ausschuss der Werchowna Rada arbeitet an Änderungen des Gesetzes Nr. 850 „Über die Bereitstellung von Bauprodukten auf dem Markt“, um es mit der Verordnung (EU) 2024/3110 in Einklang zu bringen. Dies erklärte Olena Schuliak, Vorsitzende des Ausschusses der Werchowna Rada für die Organisation der Staatsgewalt, kommunale Selbstverwaltung, regionale Entwicklung und Städtebau, auf der Generalversammlung der Ukrainische Vereinigung der Hersteller von lichtdurchlässigen Konstruktionen (UMTS).

Seit dem 1. Januar 2026 gilt das Gesetz Nr. 850 als einzige verbindliche Rechtsgrundlage für den Bauproduktemarkt und hat die vorherige Übergangsregelung abgelöst. Es verpflichtet Hersteller von Fenstern, Türen und anderen Bauprodukten, die Anforderungen der Verordnung (EU) Nr. 305/2011 einzuhalten. Ende 2024 verabschiedete die Europäische Union jedoch die Verordnung (EU) 2024/3110. Sie ersetzt die Verordnung (EU) Nr. 305/2011 und führt ein digitales Regulierungssystem mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit ein.

Nach Angaben von Olena Schuliak wird die Ukraine die neue Verordnung in zwei Phasen umsetzen. Zunächst werden die Abgeordneten das bestehende Gesetz Nr. 850 kurzfristig überarbeiten. Parallel dazu werden die zuständigen Behörden ein neues umfassendes Rahmengesetz vorbereiten.

Die neue europäische Verordnung verändert das Regulierungssystem grundlegend. Sie verlagert den Schwerpunkt von Erklärungen und Normen auf Daten, die Rückverfolgbarkeit von Produkten und deren Lebenszyklus. Die Verordnung führt den Digital Product Passport (DPP) ein – ein elektronisches Dokument mit den technischen Eigenschaften eines Produkts. Hersteller werden künftig digitale Leistungserklärungen anstelle papierbasierter technischer Dokumentationen verwenden. Die Verordnung berücksichtigt zudem die Umweltleistung von Produkten und ihren Lebenszyklus (Sustainability). Die Europäische Kommission kann die Anforderungen durch delegierte Rechtsakte (delegated acts) aktualisieren, ohne eine neue Verordnung verabschieden zu müssen. Die Marktüberwachungsbehörden erhalten erweiterte Befugnisse zur Kontrolle der Rückverfolgbarkeit von Produkten und der Verantwortlichkeit der Wirtschaftsakteure.

Olena Schuliak bezeichnete die größte Herausforderung für die Ukraine nicht nur darin, das Gesetz zu ändern, sondern auch digitale und institutionelle Kompatibilität mit dem gesamten geltenden europäischen Rechtsrahmen für Bauprodukte zu schaffen.

Bereits zuvor hatte das deutsche Institut ift Rosenheim vor den Herausforderungen der neuen Verordnung für den europäischen Markt gewarnt. Es bezeichnete die CPR als ein „Bürokratiemonster“ für Fenster- und Türenhersteller.
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