Darauf verweist die Studie „Analyse der Herausforderungen beim Wohnungswiederaufbau“, die von der Wohltätigkeitsstiftung Fedor Shpyg gemeinsam mit dem Forschungsunternehmen Smart Data Service erstellt wurde. Die Forschungsarbeit dauerte von Oktober 2025 bis Januar 2026.
Laut der Studie sind Fenster das am häufigsten vorkommende Element beim Wiederaufbau von Wohnraum nach Beschuss. Sie werden in den ersten Wochen oder Monaten nach der Beschädigung ersetzt – häufig noch vor dem Start von Entschädigungsprogrammen, aus eigenen Mitteln oder mit Unterstützung von zivilgesellschaftlichen und wohltätigen Organisationen.
Gleichzeitig sind es gerade die Fenster, die am häufigsten zu Konflikten zwischen den Förderprogrammen führen:
- Bewohner einzelner Wohnungen erhalten eine Entschädigung für Fenster über eVidnovlennia;
- Wohnungseigentümergemeinschaften beantragen den Austausch von Fenstern in Gemeinschaftsbereichen oder im gesamten Gebäude über VidnovyDIM.
In der Folge entsteht eine Situation, die im Bericht als Quersubventionierung desselben Wiederaufbauelements definiert wird.
Die Forschenden stellen fest, dass die Quersubventionierung mehrere Risiken gleichzeitig schafft:
- Verzögerungen bei der Genehmigung von Projekten;
- zusätzliche Prüfungen durch den Fonds für Energieeffizienz;
- die Verpflichtung nachzuweisen, dass keine Doppelfinanzierung vorliegt;
- in kritischen Fällen das Risiko, dass Ausgaben als zweckwidrig anerkannt werden.
Für Wohnungseigentümergemeinschaften bedeutet dies eine Verzögerung des Wiederaufbaus oder sogar einen Baustopp.
Ein gesondertes Problem stellen Fälle dar, in denen Bewohner die Fenster bereits vor dem Eintreffen der Kommission aus eigenen Mitteln ersetzt haben. In solchen Situationen:
- können Schäden im Protokoll nicht erfasst werden;
- werden die Fenster nicht in die Liste der erstattungsfähigen Arbeiten aufgenommen;
- verliert die Wohnungseigentümergemeinschaft die Möglichkeit, diese Elemente in ein VidnovyDIM-Projekt einzubeziehen.
Im Bericht wird betont, dass eine solche Praxis die Bewohner davon abhält, proaktiv zu handeln, und zusätzliche Spannungen zwischen den Miteigentümern eines Gebäudes erzeugt.
Die an der Studie beteiligten Expertinnen und Experten betonen, dass der Fensteraustausch im Zuge des Wiederaufbaus weniger ein finanzielles als vielmehr ein institutionelles Problem ist. Mittel für den Fensteraustausch sind vorhanden, doch der Zugang zu ihnen ist durch Verfahren erschwert, und Fehler bei der Koordination der Programme können für alle Beteiligten teuer werden. So besteht beispielsweise eine Einschränkung des Programms eVidnovlennia darin, dass die Entschädigung häufig nicht den Marktwert abdeckt (30–60 % des tatsächlichen Bedarfs). Entsprechend ist es kaum möglich, von der Installation energieeffizienter Fenster oder der Einhaltung des Prinzips „Build Back Better“ – besser wiederaufbauen als zuvor – zu sprechen.






















