Der Energieeffizienzfonds teilte mit, dass die Teilnehmer des ukrainisch-litauischen Runden Tisches die umfassende Quartierssanierung als nächste strategische Etappe der Entwicklung der Energieeffizienz in der Ukraine bezeichneten. Die Veranstaltung fand in der Botschaft der Republik Litauen in der Ukraine unter dem Titel „Ukrainisch-litauischer Austausch bewährter Verfahren zur Energieeffizienz von Gebäuden“ statt.
Den Energieeffizienzfonds vertraten Direktor Jehor Farenjuk und Finanzdirektor Mykola Illjinow. Die litauische Seite wurde durch Vertreter der Agentur für Umweltprojektmanagement (APVA) vertreten, darunter deren Direktor Gvidas Dargužas sowie der Bürgermeister der Rajongemeinde Švenčionys, Rimantas Klipčius, und die Verwaltungsdirektorin Jovita Rudėnienė.
Die litauische Seite bekräftigte ihre Bereitschaft, die Ukraine auf ihrem Weg zum energieeffizienten Wiederaufbau weiterhin zu unterstützen. Beide Seiten vereinbarten, ihre Zusammenarbeit auf langfristige Planung, die Weitergabe europäischer Erfahrungen und die Entwicklung eines kommunalen Ansatzes zur Modernisierung des Wohnungsbestands zu stützen.
Die Teilnehmer diskutierten den Übergang von der Modernisierung einzelner Mehrfamilienhäuser hin zu einer umfassenden Quartierssanierung, bei der nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Wohnquartiere oder Stadtviertel modernisiert werden. Dieser Ansatz hat sich in Litauen bereits bewährt. Er ermöglicht eine effizientere Nutzung staatlicher und internationaler Finanzmittel, gewährleistet die abgestimmte Zusammenarbeit von Kommunen, Bewohnern und Partnerorganisationen und schafft größere wirtschaftliche und soziale Vorteile für die Gemeinschaft.
Der Direktor des Energieeffizienzfonds, Jehor Farenjuk, betonte, dass Energieeffizienz heute zu den wichtigsten Faktoren für die Widerstandsfähigkeit des Staates und der Kommunen gehöre.
„Energieeffizienz bedeutet heute weit mehr als lediglich Gigakalorien einzusparen oder die Beträge auf den Energierechnungen zu senken. Sie steht für widerstandsfähige Kommunen sowie sichere und komfortable Lebensbedingungen für unsere Menschen; sie ist ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Energiesicherheit und einer qualitativ hochwertigen Nachkriegsrekonstruktion“, sagte er.
Seinen Worten zufolge gehört die umfassende Modernisierung des Wohnungsbestands zu den wirksamsten Investitionen in die Zukunft des Landes.
„Die Modernisierung des ukrainischen Wohnungsbestands ist eine alternativlose und zugleich die wirtschaftlich sinnvollste Investition in die Zukunft unseres Staates“, ergänzte Farenjuk.
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war der Ausbau der kommunalen Unterstützung für die energetische Sanierung. Finanzdirektor Mykola Illjinow stellte das Projekt des ersten kommunalen One-Stop-Shop-Zentrums der Ukraine vor. Das Zentrum soll in Krywyj Rih am Institut für Stadtentwicklung in Partnerschaft mit APVA eingerichtet werden.
Illjinow erklärte, dass die Grundlagen dieser Partnerschaft während eines Studienbesuchs der ukrainischen Delegation in Litauen gelegt wurden.
„Dieser Besuch war der Ausgangspunkt für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft und die Einrichtung des ersten kommunalen One-Stop-Shop-Zentrums der Ukraine im Bereich Energieeffizienz“, betonte er.
Die Erfahrungen Litauens tragen zur Entwicklung eines neuen Modells für die Unterstützung der energetischen Sanierung in der Ukraine bei. Dazu gehören der Aufbau eines Netzes kommunaler One-Stop-Shop-Zentren, der Übergang von der Modernisierung einzelner Gebäude zur umfassenden Quartierssanierung, die Standardisierung von Verfahren sowie eine stärkere Rolle der Kommunen bei der Begleitung von Projekten.
APVA-Direktor Gvidas Dargužas erklärte:
„Die Erfahrungen Litauens zeigen, dass langfristige Ergebnisse nur dann erreicht werden können, wenn die Sanierung Teil einer Strategie für die gesamte Kommune und nicht nur für einzelne Gebäude wird. Wir sehen den großen Willen ukrainischer Institutionen und Kommunen, moderne und energieeffiziente Städte aufzubauen, und sind bereit, unser Wissen, unsere Erfahrungen und bewährten praktischen Ansätze zu teilen.“
Nach vorläufigen Planungen wird das Pilotprojekt in Krywyj Rih 10 bis 15 Mehrfamilienhäuser und mehr als 1.000 Haushalte umfassen. Die Partner rechnen mit Energieeinsparungen von 30 bis 50 % sowie einer jährlichen Verringerung der Kohlendioxidemissionen um 2.000 bis 3.500 Tonnen.
Die Teilnehmer des Runden Tisches kamen zu dem gemeinsamen Schluss, dass der quartiersbezogene Ansatz die nächste Etappe der Modernisierung ukrainischer Städte werden sollte. Zu diesem Zweck wollen die Ukraine und Litauen ihre Zusammenarbeit auf die Entwicklung kommunaler Energieeffizienzprogramme, den Aufbau eines Netzes regionaler Beratungszentren für die energetische Sanierung, die Schulung kommunaler Selbstverwaltungsorgane sowie die Verbreitung von Konzepten der umfassenden Quartierssanierung konzentrieren.
Zuvor war die Ukraine das erste Land außerhalb der Europäischen Union, das mit dem Aufbau eines Hubs der New European Bauhaus Academy begonnen hat.
Foto: Energieeffizienzfonds
Teilnehmer des internationalen Runden Tisches „Ukrainisch-litauischer Austausch bewährter Verfahren zur Energieeffizienz von Gebäuden“
Quartierssanierung soll die nächste Etappe der Entwicklung der Energieeffizienz in der Ukraine werden
Kennzeichnung: 24358

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