Der belgische Hersteller von Profilsystemen Deceuninck verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 Anzeichen für eine Erholung der Absatzmengen auf den Märkten in Frankreich und Spanien. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage im europäischen Wohnungsbau verhalten. Dies geht aus dem Halbjahresbericht von Deceuninck hervor, der am 20. August 2026 veröffentlicht wurde.
Nach Angaben des Unternehmens bleibt die Lage auf dem europäischen Markt uneinheitlich. Das Mengenwachstum in Frankreich und Spanien hat sich bislang nicht auf alle Länder ausgeweitet. Die gesamten Marktvolumina bleiben auf einem relativ niedrigen Niveau.
Der Umsatz von Deceuninck in Europa stieg im ersten Halbjahr um 7,2 % von 185,7 Mio. Euro auf 199,2 Mio. Euro. Die Absatzmengen erhöhten sich um 4,2 %, während Preis- und Mixeffekte 3,2 % beitrugen. Wechselkursschwankungen hatten einen negativen Effekt von 0,2 %.
Der amtierende CEO von Deceuninck, Francis Van Eeckhout, erklärte:
„Im ersten Halbjahr 2026 haben wir in einem Marktumfeld, das sich je nach Region unterschiedlich entwickelte, starke Ergebnisse erzielt. In Europa hat sich die Marktaktivität gegenüber dem Vorjahr verbessert, wobei die Mengen in mehreren Schlüsselmärkten leicht gestiegen sind. Gleichzeitig führte der starke Anstieg der Rohstoffpreise im zweiten Quartal zu einer erhöhten Einkaufsaktivität unserer Kunden, was sich positiv auf unsere Mengen und unsere Profitabilität auswirkte.“
Deceuninck führt den starken Anstieg der Rohstoffpreise im zweiten Quartal auf geopolitische Entwicklungen zurück. Infolgedessen verzeichnete das Unternehmen im April und Mai ein besonders hohes Auftragsvolumen. Dieser Faktor stützte die Absatzmengen und die Profitabilität im ersten Halbjahr.
Das Unternehmen betrachtet diesen Effekt als vorübergehend. Im zweiten Halbjahr erwartet Deceuninck einen Rückgang der Bestellaktivität und der Mengen. In Europa weisen Frankreich und Spanien weiterhin ein höheres Aktivitätsniveau als im Vorjahr auf, allerdings ist die Visibilität hinsichtlich der weiteren Mengenentwicklung für das Unternehmen derzeit begrenzt.
In der Türkei entwickelte sich die Situation anders. Deceuninck berichtet über ein Mengenwachstum und eine günstige Nachfrageentwicklung im gesamten ersten Halbjahr. Das Unternehmen erwartet zudem, dass die Marktbedingungen seine Geschäftstätigkeit auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 unterstützen werden.
Der Umsatz von Deceuninck im Segment Türkei & Schwellenländer stieg um 22,7 % von 115,1 Mio. Euro auf 141,2 Mio. Euro. Die Mengen erhöhten sich um 4,3 %. Gleichzeitig verringerten Wechselkursschwankungen den ausgewiesenen Umsatz um 15,6 %, während Preis- und Mixeffekte einen positiven Beitrag von 33,9 % leisteten.
In Nordamerika verzeichnet Deceuninck schwächere Marktbedingungen. Hohe Zinsen und ein schwieriges makroökonomisches Umfeld bremsen den Wohnungsbau und die Renovierungstätigkeit. Das Unternehmen hat zudem Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern.
Der Umsatz von Deceuninck in Nordamerika sank um 3,7 % von 82,8 Mio. Euro auf 79,7 Mio. Euro. Die Mengen stiegen dabei um 1,5 %, Wechselkursschwankungen hatten jedoch einen negativen Effekt von 5,9 %.
Für das zweite Halbjahr erwartet das Unternehmen aufgrund hoher Hypothekenzinsen und wirtschaftlicher Unsicherheit schwierige Bedingungen in Nordamerika. Deceuninck geht zudem davon aus, dass die Schwierigkeiten bei der Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte bis Ende 2026 anhalten werden.
Insgesamt stieg der Umsatz von Deceuninck im ersten Halbjahr 2026 um 9,5 % auf 420,1 Mio. Euro, während sich der Nettogewinn von 11,5 Mio. Euro auf 26,2 Mio. Euro erhöhte.
Deceuninck ist in drei geografischen Segmenten tätig: Europa, Nordamerika sowie Türkei & Schwellenländer. Das Unternehmen produziert PVC-, Aluminium- und Verbundsysteme für Fenster und Türen und hat seinen Hauptsitz in Belgien.
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Foto: Deceuninck
Deceuninck verzeichnet Erholung des Fenstermarktes in Europa und schwachen Markt in Nordamerika
Kennzeichnung: 24422

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